One night in Paris oder so

Aug 13, 2016 by Twinti Fotografie Category: Reise 0 comments

Paris ist eine wunderschöne schöne Stadt, also machten wir uns mit dem Bulli auf dem weg die Stadt ganz ohne Touristeninformation zu entdecken.

Wir lieben Reiseplanungen. Wir können stundenlang Reiseblogs, Photosammlungen und Travelvideos anschauen. Dann träumen wir von malerischen Küstenstraßen, weitläufigen Schluchten und dichten Wäldern. Und dann gibt es noch die Tage, an denen wir uns zur Mittagszeit Links von Camper-Stellplätzen schicken und sagen: “Reservier da mal einen Platz für morgen”. So kommt es, dass wir einen spontan freigewordenen Samstag im August für einen Ausflug nach Paris nutzen.

Bei allerbestem Sommerwetter fahren wir entspannt in Richtung “Stadt der Liebe” und freuen uns bei der Anreise schon einmal über das chaotische Maut-System. Erneut sind wir der Meinung, wenn schon Maut, dann bitte in der Schweizer-Variante mit Plakette. Die französische Metropole empfängt uns mit Stau und Hitze. Kurz zweifeln wir an der im Internet angepriesenen Qualität des Campingplatzes. Die Anfahrt durch die Pariser Vororte sieht noch nicht vielversprechend aus. Dann biegen wir von der Zubringer-Straße ab, fahren über zwei Autobrücken und finden uns auf einmal mitten in einem schicken Wohnviertel wieder. Es erinnert eher an die südfranzösische Atlantikküste als an eine industrielle Großstadt. Wenige Kilometer weiter in der Nähe des Hippodrome de Longchamp liegt der Campingplatz Indigo Paris. Vom ersten Augenblick sind wir restlos begeistert. Der Platz liegt wirklich direkt an der Seine, wirklich inmitten eines wunderschönen Parks und trotzdem noch zentral. Die Stellplätze sind groß, der Campingplatz modern und ansprechend. Die Preise sind natürlich Paris-angemessen, aber immer noch günstiger als eine Pension.

Da wir nur für eine Nacht Zeit haben, stellen wir Oscar an seinen Platz und machen uns sofort auf den Weg in die City. Mehr als 20 Minuten laufen wir hierbei durch einen schattigen Park, in dem uns nur wenige Skater und Jogger begegnen. Kurz vergessen wir, dass es ein Samstagmittag mitten in Paris ist! Nach insgesamt einer knappen Stunde Fußweg erreichen wir den Eiffelturm. Während der gesamten Strecke bewundern wir die Altbauten, sowie eine schicke Metrostation. Da wir von der gegenüberliegenden Seine-Seite kommen, genießen wir erst einmal den Anblick des Eiffelturms und machen natürlich unzählige Fotos. Beim Näherkommen beschließen wir bereits, dass wir uns nicht an die unendlich erscheinende Schlange anstellen werden. Der Vorplatz, der Park neben, sowie die gesamte Freifläche hinter dem Turm ist übersät mit Menschen. Wir bummeln lieber durch die Rummel-Atmosphäre hinter dem Turm und über die Promenaden entlang der Seine.

Der Louvre ist fussläufig zu erreichen und so verbringen wir längere Zeit dort. Wir schießen Fotos, beobachten die Menschen und lassen das professionelle Geigenspiel einer einzelnen Musikerin auf uns wirken. Fasziniert beobachten wir ein asiatisches Pärchen, das mitsamt eines Hochzeitsfotografen und Assistenten vor der berühmten Pyramide Fotos macht. Ebenso werden wir Zeuge eines Heiratsantrages, wobei wir uns sagen lassen, dass dies hier alltäglich sei.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon zieht uns die Beleuchtung des nächtlichen Paris in ihren Bann. Wir entdecken einen Jahrmarkt direkt am Seine-Ufer und stellen fest, dass uns die Illumination des Eiffelturms (die man ja nicht fotografieren darf) irgendwie an eine Großraumdisko erinnert. Wir sind halt eben Romantiker ;-). Den Rückweg zum Campingplatz in einem echten Pariser Taxi werden wir wohl nie vergessen. Bis heute sind wir uns unsicher, ob der Fahrer nicht doch falsch durch eine Einbahnstraße fuhr.

Nach einer entspannten Nacht mit dem gemischten Rauschen von Seine und Stadtautobahn genießen wir das Flair auf dem Platz, sowie ein leckeres französisches Frühstück. Für den Rückweg entscheiden wir uns für die Landstraßen und einen Abstecher nach Verdun. Wir können den Eindruck des Gräberfeldes vor dem Beinhaus von Douaumont gar nicht beschreiben. Es hinterlässt uns sprachlos und wir reden anschließend lange über die Bedeutung des Denkmals und die Geschichte. Es ist definitiv ein Ort, der besucht gehört und über den geredet werden sollte.

Auf dem Heimweg halten wir noch in Verdun an einer kleinen Patisserie und machen es uns zum Abschluss dieses kleinen intensiven Ausfluges mit süßen Köstlichkeiten und selbst gekochtem Espresso (Campingbus sei Dank) in der Abendsonne auf einem Rastplatz gemütlich.

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